letzte Änderung am: 31.01.2012 19:46
 
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Aktuelle Pegelstände zu den Ständen

 

Geschichtliche Darstellung der Pegelstation an der Leine in Greene

Seit über 170 Jahren wird der Wasserstand der Leine in Greene aufgezeichnet. Es begann im Jahre 1839 mit einem Lattenpegel; zunächst in unregelmäßigen Abständen, meistens bei erkennbaren Hochwassergefahren. Zu dieser Zeit setze der königlich-preußische Eisenbahnbau auf der so genannten Hannoverschen Südbahn-Strecke im hiesigen Bereich ein. Verbunden damit war eine aufwändige Leineverlegung zwischen Greene und Beulshausen. Regelmäßige Pegelaufzeichnungen begannen erst danach, nachdem sich die königlich-preußische Wasserbehörde in Hannover mit dem Herzogtum Braunschweig darauf geeinigt hatte. Bis Ende 1903 ist ein im Oberwasserkanal der einstigen Greener Mühle stehender Pegel „beobachtet“ worden.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wird eine gezielte Wasserstandsmessung vorgenommen. Zuständige Behördeninstanz ist der Gewässerkundliche Landesdienst des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit einer Betriebsstelle in Göttingen. Von dort aus erfolgt die Betreuung der Greener Pegelstation.

Über einen vollautomatischen Hochwasserwarn- und –meldedienst wird auch der Pegel in Greene „bedient“. Die tägliche Wasserstandsanzeige und verschiedene Diagramm – Angaben können neben dem Internetabruf auch über die Greener Homepage eingesehen werden.

Ab 1904 finden die Aufzeichnungen am damals bestehenden Lattenpegel unterhalb der Einmündung aus dem Mühlengraben in die Leine statt. Seit dem Jahr 1936 befindet sich die heutige Pegelanalge am linken Leineufer, rund 220 Meter unterhalb der Einmündung des Triebwerksgrabens. Siehe dazu die bildliche Dokumentation des NLWKN.

1959 wurde das erste Pegelhaus im Bereich der Pegelanalge errichtet und 1960 ist der einstige Lattenpegel durch einen Schrägpegel ersetzt worden, der in dieser Form heute noch besteht. Der im Böschungsbereich zur Leine gelegene Schrägpegel mit „getreppter“ Teilung weist Messwerte von 80 cm bis 730 cm aus.
Weitere bauliche Anlagen und Einrichtungen waren notwendig, um die Verfeinerung der Wasserstandsermittlungen zu verbessern. Dazu zählten 1977 eine „einfache“ Seilkrananlage, die dann 1986 durch eine mechanisch betriebene Seilkrananlage mit 34 Meter Spannweite umgerüstet wurde, verbunden mit der Errichtung eines Gerätehauses. Ab 2005 kamen dann weitere technische Einrichtungen zur Verbesserung der Wasserstandserfassungen hinzu.
Zur Erfassung des Wasserstandes wird das Leinewasser durch eine gegeneinander versetzte Doppelrohrleitung in einem am Ufer stehenden Kontrollschacht aus Betonrohren und von dort ebenfalls durch eine Steinzeugrohrleitung in den Pegelschacht unter dem Pegelhäuschen geleitet. In beiden Schächten befinden sich Keilflachschieber, um die Teilstücke der Rohrleitung schließen zu können.

Die Wasserdurchflussmenge wird mittels der Seilkrananlage einmal im Monat ermittelt. Mittels einer Handwinde wird der Messflügel über mehrere Stationen des Querschnitt der Leine bewegt. An den einzelnen Stationen wird die Fließgeschwindigkeit jeweils in zwei Tiefen gemessen und dient somit der sicheren Erfassung von Hochwasserströmungen unter Berücksichtigung der entsprechenden Fließgeschwindigkeiten.

Die Pegelstände wurden vor 1940 täglich um 12:00 Uhr abgelesen. Seit dieser Zeit erfolgte die Aufzeichnung mittels eines Pegelschreibers. Hier wurde der Wasserstand auf einen Diagrammbogen registriert. Seit 1993 werden die Wasserstände alle fünf Minuten digital erfasst und als 15 Minuten – Speicherwert ‚abgelegt' und darüber hinaus mit einer Datenfernübertragung an die zuständige Betriebsstelle übertragen. Die täglichen Wasserstandswerte, so auch die am Hochwassermeldepegel Greene, sind digital abrufbar.

Neben diesen technischen Erfassungseinrichtungen wurden über 102 Jahre lang – von 1904 bis 2006 – zusätzliche schriftliche Aufzeichnungen durch ortsnah wohnende „Pegelbeobachter“ vorgenommen. Ab 1. April 2006 wurde aufgrund entsprechender technisch verfeinerter Ausstattungen kein Beobachter mehr eingesetzt. Während des vorstehenden Zeitraumes wirkten folgende Pegelbeobachter:

08.01.1904 bis 30.09.1916 August Schrader und Ehefrau, Greene
01.10.1916 bis 31.12.1942 August Strombeck, Greene
01.01.1943 bis 31,10.1959 Alwine Strombeck, Greene
01.11.1959 bis 30.09.1998 Hermann Strote, Greene
01.10.1998 bis 31.03.2006 Hannelore Lange, Bad Gandersheim.

Der Greener Pegel gilt als Referenz-(Melde-) Pegel für das Rückhaltebecken Salzderhelden und stellt somit eine wichtige Steuerungsanlage dar.

Einstmals befand sich auch noch ein Lattenpegel in Höhe der alten Straßenbrücke über die Leine vor der Ortseinfahrt Greene. Ein Bilddokument aus den 1940iger Jahren verdeutlicht diese Situation. Dieser Pegel bestand noch bis in die 1970iger Jahre. Eigenartiger Weise ist er als amtlicher Messpegel nicht registriert.

Lattenpegel – rechts – vor der alten Leinebrücke vor Greene. Einzelheiten dargestellt im Buch von Pastor prim. Hans Ehlers „Greene im Wandel der Zeiten“ (1967)

Brückenbauwerke sind willkommene Einrichtungen für die Anbringung von Hochwassermarken, so auch im Bereich der alten Leinebrücke oder die Flutbrücken des einstigen Straßenverlaufs zwischen den beiden Ortschaften Kreiensen und Greene. Leider sind diese baulichen Anlagen verschwunden. Aber noch vorhanden sind Hochwassermarken an der Eisenbahnbrücke über den Auefluss bei Haieshausen. Erneuert sind auch jene Markierungen an der Eisenbahnbrücke über die Leine Richtung Ippensen. Im Flecken Greene sind an verschiedenen Hausanlagen Hochwassermarken angebracht.

Das 20.Jahrhundert war geprägt durch vier Hochwasserspitzen; die letzte vor 30 Jahren. Dank der genauen Aufzeichnungen sind diese jeder Zeit ‚abrufbar'. Der höchst gemessene Wasserstand am Greener Leinepegel ist am 9. Februar 1946 mit 741 cm belegt, das entsprach damals einem Abfluss von 900 m³/s (Kubikmeter pro Sekunde oder 900 000 Liter pro Sekunde). Die Monate Februar und März haben sich bisher mit Extra – Werten hervorgetan. So erreichte am 5. Februar 1909 der Hochwasserstand genau 700 cm. Am 15. März 1947 – also rund ein Jahr nach dem bis dahin gemessenen Höchstwasserstand - stieg der Pegelstand auf 725 cm und letztmalig im vergangenen Jahrhundert wurden am 5. Juni 1981 – einem Sommerhochwasser – 712 cm gemessen.

Hochwasserflut 1909 – im Hintergrund die Greener Kirche

Zur Langzeitauswertung werden Jahreslisten der Wasserstände und Abflüsse für jeden Pegelstandort erstellt und dazu Abflusskurven, sodass die Aufzeichnungen für den Fachmann ein wichtiges Regelwerk darstellen.

© Heimatverein Greene – 2012 -

Pegelhäuschen mit Geräteunterstand und massiver Einfriedung

 

 

 

 
 
 
 
 
 

 

 
 
 
 

 

 
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